| Freiluft-Wartezimmer |
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Patienten vertreiben sich beim Kickern die Zeit
Warten ist langweilig. Sitzt man beim Arzt und harrt der Dinge, können Minuten zu Stunden werden. Der Kieferorthopäde Dr. Bruno Wilhelmy weiß das, er hat sein Wartezimmer daher originell ausstaffiert - mit alten Parkbänken, Stofftier-Trophäen, Playstation, Spielecke, TVSessel und vielen „irrwitzigen" Bildern. Damit die Patienten 'was zum Gucken haben, sich die Zeit vertreiben können. Einen weiteren „verrückten Plan" heckteWilhelmy vor einem Jahr aus. „Bei einem Schlosser in Ratingen hatte ich einen tollen Kicker-Tisch aus Edelstahl gesehen. Den wollte ich unbedingt haben, für meine Praxis", berichtet er. Als Standort guckte er sich den ungenutzten Garten hinterm Haus aus. Die Idee des „Outdoor- Wartezimmers" war geboren. Nun musste nur noch ein Profi her, um den Garten entsprechend umzugestalten. Auf einer Heim- und Gartenmesse wurde der Kieferorthopäde auf den Krefelder Landschaftsarchitekten Frank Stüve aufmerksam. „Der stellte Collagen aus, die scheinbar unvereinbare Materialien vereinten. Da hatte ich Spaß dran und dachte, dass er auch aus Kicker und Garten etwas machen könnte", so Wilhelmy. Ein ungewöhnlicher Auftrag für Stüve. Er verwandelte die rund 50 Quadratmeter große - bis dahin konventionell gestaltete - Freifläche in einen modernen immergrünen Erholungsraum, der die Themen „Sitzen", „Spielen" und „Ins Grüne gucken" harmonisch integriert. „Ich habe zunächst natürlich mehrere unterschiedliche Entwürfe gemacht. Wir hatten sogar überlegt, eine Pergola aus Metallteilen, die wie Zahnspangen aussehen sollten, zu errichten. Letztlich haben wir uns aber dann doch für eine puristischere Variante entschieden", so der Landschaftsarchitekt. Das rustikale Pflaster wurde durch feine hellgraue Steinplatten ersetzt, die Mauer am Gartenende weiß gestrichen. Davor schuf Stüve eine Wand aus gelbhalmigem Bambus - und davor eine vier Meter lange Bank. Wer hier sitzt, kann nicht nur Kicker-Partien verfolgen, er schaut auch auf ein Beet, das durch Ziergräser, Zierlauch, Funkien und ein Blumenhartriegel-Gehölz besticht. Das Outdoor-Wartezimmer wird von den Patienten - vorwiegend Kinder und Jugendliche - begeistert angenommen. Aber auch die Zahnarzthelferinnen und den Doc selber zieht es (nicht nur in der Mittagspause) immer mal wieder an den Kicker-Tisch. „Während der Fußball-EM haben wir mit den Patienten Begegnungen vor- und nachgespielt", erzählt Bruno Wilhelmy schmunzelnd. Mitspieler sind meist schnell gefunden. Leon Iwersen (11) und Dana Kraft (11) jedenfalls finden den Freiluftwartebereich „cool". „Da kann man sich gut die Zeit vertreiben", sagt Leon. Nicht nur er sieht's scheinbar so. „Beschwerden über eine zu lange Wartezeit gibt es jetzt viel seltener", so der Kieferorthopäde. Quelle: WAZ Duisburg Süd, 26.06.2009, Andrea Müller, Original Text, >> Weblink Weitere Links zum Thema: |



